Beim Anflug auf Bangkok blickt man auf ein endloses Mosaik aus Reisfeldern, das je nach Jahreszeit in hellem Grün, sattem Gelb oder lehmigem Braun leuchtet.

 

Land und Geographie

Die Ebene durchzieht ein schimmerndes Netz von Kanälen und Flüssen, an deren Ufern, wie Perlen an einer Schnur, die Dörfer liegen. Bei einer Reise in den Norden oder Süden zeigt sich das Land von einer ganz anderen Seite.

Thailand, mit 514 000 km2 um 43% größer als Deutschland, liegt südlich des nördlichen Wendekreises, zwischen 6° und 20° nördlicher Breite und 97° und 106° östlicher Länge. Vom Norden bis in den südlichen "Rüssel" des sogenannten "Elefantenkopfes" beträgt die Entfernung über 1600 km, was der Entfernung Kopenhagen - Rom entspricht, von Westen nach Osten sind es 800 km, so weit wie von Hamburg nach München. Hingegen ist das Land an seiner schmalsten Stelle nur 15 km breit.

Das gesamte Flußnetz von Thailand ist 3 Millionen Kilometer lang. Davon sind etwa 10 000 km schiffbar. Durch die Wasserkraft der Flüsse wird außerdem mehr als ein Drittel des Energiebedarfs gedeckt.

 

Die Zentralregion

Die weite, ebene Landschaft ist vom Menam Chao Phraya, dem größten Fluß des Landes, seinen Nebenflüssen und dem weiten Delta geprägt. Der Menam (= Mutter des Wassers / Fluß) Chao Phraya (= hoher Adelstitel) windet sich durch ein Tiefland, das weniger als 80 m über dem Meeresspiegel liegt. Große Mengen Sand, Kies und andere verwitterte Materialien wurden von den Wassermassen im Laufe der Jahrmillionen in der Ebene Schicht für Schicht abgelagert. Jahr für Jahr werden weitere Mengen an Sedimentgestein und fruchtbaren Mineralstoffen aus den Bergen des Nordens in Richtung Meer transportiert. Früher wurden mit dem Einsetzen der Regenzeit weite Landstriche überflutet, denn die Wassermassen des Menam betrugen das hundertfache der Menge, die während des Tiefstandes in der Trockenzeit vorhanden war. Mehrere große Dämme haben den Fluß im Oberlauf weitgehend gebändigt. Doch immer noch stehen monatelang weite Gebiete des Kernlandes unter Wasser. Ständig muß eine Fahrrinne für die Binnenschiffahrt ausgebaggert werden, und die Flußmündung verlagert sich jährlich mehrere Meter weiter ins Meer hinaus. Diese fruchtbare alluviale Ebene, die intensiv für den Reisanbau genutzt wird, geht in ihren Randbereichen in eine hügelige Landschaft über, die zum Teil aus älteren Gesteinsablagerungen besteht.

 

Die Nordregion

Die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Höhenketten sind Ausläufer des Himalaya-Gebirges. Der große Gebirgszug erstreckt sich von Indien über Burma, China und Thailand weiter Richtung Süden entlang der Westgrenze des Landes bis zur Malaiischen Halbinsel. Nur selten erreicht das Gebirge in Thailand Höhen über 2000 m. Mit 2565 m ist der Doi Inthanon, 60 km südwestlich von Chiang Mai, der höchste Berg des Landes. Zwischen den durch Faltung und Hebung entstandenen Gebirgszügen haben sich die Flüsse tiefe Täler gegraben. Außer den Nebenflüssen des Mekong im Osten (z.B. der Mae Kok, der durch Chiang Rai fließt) und des Salween im Westen (z.B. Menam Pai - bei Mae Hong Son) sind es vor allem die Quellflüsse des Menam Chao Phraya, die durch die breiten Täler des Nordens fließen - im Westen der Ping (Chiang Mai), der sich nördlich von Tak mit dem Wang (Lampang) vereinigt, im Osten der Yom (Phrae, Sukhothai), der flußabwärts in den Nan (Nan, Phitsanulok) mündet. Bei Nakhon Sawan entsteht am Zusammenfluß dieser Ströme der Menam Chao Phraya. Die alluvialen Flußtäler werden landwirtschaftlich intensiv genutzt und waren schon lange besiedelt, bevor die Thai, aus Yünnan kommend, hier eintrafen.

 

Die Nordostregion

Das Zentrum bildet eine 100 - 300 m über dem Meeresspiegel sich schalenförmig erhebende, leicht hügelige Ebene, das sogenannte Korat-Plateau. Es ist von Höhenzügen und Flüssen begrenzt: die bis zu 1700 m hohe Petchabun-Kette im Westen, die Phanom Dongrak-Kette im Süden, der Mekong im Osten und Norden. Im Erdmittelalter (Mesozoikum) lagerten sich hier Sedimente eines urzeitlichen Meeres ab, diese wurden später gehoben und gefaltet. Die verhältnismäßig nährstoffarmen Böden können Wasser nur schlecht speichern, so daß sie für die Landwirtschaft von geringer Qualität sind. Während der Regenzeit, wenn der Menam Mun mit seinen Nebenflüssen die Wassermassen kaum fassen kann, kommt es zu großen Überflutungen. Nur wenige Monate später leidet das Land unter Trockenheit und Dürre.

 

Die Südregion

Das Land am Meer. Thailand besitzt eine über 2600 km lange Küste, überwiegend am Golf von Thailand und zu einem geringeren Teil am Indischen Ozean (Andamanensee). Im Südosten erstrecken sich die Ausläufer der Bilauktaung-Bergkette bis zum Meer. In der frühen Erdneuzeit (Tertiär) hatte sich hier Sandstein abgelagert, den später basaltische Laven, die aus dem Erdinneren nach oben drangen, überlagerten.

Die West- und Ostküste des südlichen Landesteils auf der Malaiischen Halbinsel trennen staffelförmig versetzte Bergketten (Tenasserim-, Phuket-, Nakhon- und Kalakiri-Kette). Während an der Westküste die schroffen Karstfelsen steil ins Meer abfallen und Inselgruppen aus bizarren Kalkformationen (Bucht von Phang Nga) bilden, läuft das Gebirge im Osten in eine weite Küstenebene aus.

 

Thailands Regionen - Provinzen (Changwats), Bevölkerung, Fläche

Zentralregion: Bangkok Metropolis, Ang Thong, Aranyaprathet, Ayutthaya, Chachoengsao, Chai Nat, Chantaburi, Chonburi, Kanchanaburi, Lopburi, Nakhon Nayok, Nakhon Pathom, Nonthaburi, Pathum Thani, Phetchaburi, Prachinburi, Prachuap Khiri Khan, Ratchaburi, Rayong, Samut Prakan, Samut Sakhon, Samut Songkhram, Saraburi, Singburi, Suphanburi, Trat, Uthai Thani.

Nordregion: Chiang Mai, Chiang Rai, Kamphaeng Phet, Lampang, Lamphun, Mae Hong Son, Nakhon Sawan, Nan, Phayao, Phichit, Phitsanulok, Phetchabun, Phrae, Sukhothai, Tak, Uttaradit.

Nordostregion: Buri Ram, Chaiyaphum, Kalasin, Khon Kaen, Loei, Maha Sarakham, Nakhon Phanom, Nakhon Ratchasima (Korat), Nong Khai, Roi-Et, Sakhon Nakhon, Si Saket, Surin, Ubon Ratchathani, Udon Thani, Yasothon.

Südregion: Chumphon, Ranong, Surat Thani, Phang Nga, Phuket, Krabi, Nakhon Si Thammarat, Trang, Phattalung, Satun, Songkhla, Pattani, Yala, Narathiwat.

 

 

 

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