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Die Thai-Sprache gehört zur sinotibetischen Sprachfamilie. Wie Chinesisch ist Thai eine einsilbige Tonsprache. In diesem für uns Europäer völlig fremden Sprachmodell liegt auch die größte Schwierigkeit. In Thai kann theoretisch das gleiche Wort fünf verschiedene Bedeutungen haben, je nachdem, in welchem Ton es ausgesprochen wird. In der Thai-Hochsprache unterscheidet man fünf Tonhhen (Tonlagen): steigend, fallend, hoch, mittel und niedrig. In Nord-Thai (Lanna) existieren 7 verschiedene Tonhöhen, und das r wird wie l ausgesprochen. In Zentral-Thailand haben viele Khmer- und Pali-Worte Eingang in die Sprache gefunden. Die Kompliziertheit liegt aber nicht nur in der Aussprache, sondern auch in der Schrift. Seit dem 13. Jahrhundert benutzen die Thai die schwungvolle Dewanagari Umschrift, die aus dem Mon entwickelt wurde, das wiederum auf der südindischen Pali-Schrift basiert.
Mit dem zunehmenden Ausbau des Transport- und Kommunikationssystems haben sich die Medien Zugang selbst in die abgelegenen Bergregionen verschafft. Radios und Fernseher gehören als Statussymbole zur selbstverständlichen Einrichtung jedes etwas wohlhabenderen Haushalts. Fast jede zweite Familie in Thailand besitzt mittlerweile einen Radio- oder Fernsehapparat. Zudem ist mit dem Anstieg der Alphabetisierungsquote (Anteil der Erwachsenen über 14 Jahre mit Lese- und Schreibkenntnissen) auf 70% der mögliche Leserkreis für gedruckte Medien beachtlich angewachsen. Die wirtschaftliche Konzentration im Großraum Bangkok ist auch in der Presse festzustellen. Fast alle Tageszeitungen werden in der Hauptstadt gedruckt.
Der überwiegende Teil aller Presseorgane erscheint in Thai, daneben gibt es eine chinesische Morgen- und Abendzeitung mit einer Auflage von je 60 000 Exemplaren. Zwei englischsprachige Tageszeitungen, The Nation und Bangkok Post, haben zusammen eine tägliche Auflage von etwa 90 000 Exemplaren. Beide Zeitungen zeichnen sich durch eine kritische Berichterstattung aus, die auch vor der Regierung nicht haltmacht und dadurch mit anderen Ländern Südostasiens kaum vergleichbar ist. Leser dieser Presseorgane sind nicht nur die zahlreichen in Bangkok lebenden Ausländer, sondern vor allem Angehörige der westlich gebildeten Oberschicht, wie Intellektuelle oder Geschäftsleute. Thai Rath und Daily News sind die beiden größten Tageszeitungen mit Boulevardcharakter. Ereignisse der höheren Gesellschaft, Verbrechen oder andere ungewöhnliche Geschehnisse werden mit viel Werbung und gro§en Fotos verkauft. Thai Rath hat eine Auflagenhöhe von etwa 500 000, Daily News etwas weniger. Siam Rath und Phim Thai sind beides kritische Tageszeitungen, die sich an einen gebildeten Leserkreis richten. Neben den Tageszeitungen gibt es in Thailand ein breites Angebot an nationalen (z.T. in Englisch) und internationalen Magazinen. Die beiden überregionalen Magazine Far Eastern Economic Review und Asiaweek berichten wöchentlich über das politische, wirtschaftliche und kulturelle Geschehen in Asien. Sie sind eine wichtige, aktuelle Informationsquelle während der Reise. Das wöchentliche deutschsprachige Werbeblatt "Die Zeitung" (30 Baht) bietet neben wenig Gehaltvollem auch Beiträge zum aktuellen Geschehen und eine sehr gute Doppelseite über thailändische Kultur.
1955 wurde in Thailand als erstem asiatischen Land das Fernsehen eingeführt. Heute senden fünf kommerzielle Gesellschaften (zwei staatliche, zwei Militär- und ein Privatsender) landesweit amerikanische Serien, japanische Comicstrips und hausgemachte Produkte in thailändischer Sprache mit viel Werbung. Alle ausländischen Filme und Serien werden in Thai synchronisiert, der Originalton ist auf UKW Radios zu empfangen: Kanal 3: 105,5 MHz; Kanal 7: 103,75 MHz; Kanal 9: 107 MHz. Das in Hongkong beheimatete StarTV kann über Satellit auch in Thailand gesehen werden. Außer einem Sport- und Musikkanal bietet es einen chinesischen und englischen Kanal, der u.a. Beiträge von BBC übernimmt. Daneben sind durch den neuen Satelliten ASEA Sat 2 ab Mitte 1995 weitere internationale Fernsehprogramme zu empfangen, darunter ein vierzehnständiges Programm der Deutschen Welle in deutsch und englisch. Hotels der gehobenen Preisklasse speisen zudem englische Videoprogramme und den amerikanischen Nachrichtensender CNN in ihr Kabel ein. ähnlich sind auch die Radioprogramme organisiert. 480 Stationen senden landesweit, wobei lokale und internationale Nachrichtensendungen vom staatlichen Sender Radio Thailand übernommen werden müssen. Au§er Radio Thailand und dem Sender des Bildungsministeriums sind es sämtlich kommerzielle Sender. In Bangkok senden einige Radiostationen ein englisches Programm. Das Programm der deutschen und englischen Sendungen der Deutschen Welle für Südostasien erhält man von der Deutschen Welle, Abt. Hochfrequenztechnik, 50588 Köln, tel 0221/3893208, fax 3893220.
Wie in anderen asiatischen Ländern ist auch in Thailand Video "in". Nach der Abfahrt wird in allen gro§en, klimatisierten Überlandbussen sofort die Kassette mit einem amerikanischen B-Film, chinesischen Action-Thriller oder Thai-Melodram eingelegt. In den Gästehäusern und Restaurants der Touristenzentren wird an einem Anschlag das tägliche Video-Programm angekündigt. Durch Video wird jede Altersgruppe erreicht, und kein Jugendschutzgesetz schreitet ein, wenn die Kinder die brutalsten Szenen auf dem Bildschirm verfolgen.
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